April 2014

 

Der April war nicht weniger hektisch als der März.
Diesen Monat laufen so ziemlich alle Handwerker auf. Wenn ich auf die Arbeiten im Wohnhaus schaue, kann ich mir nicht vorstellen, dass es jemals fertig wird. Es sieht wie auf einem  Schlachtfeld aus, und ich kann irgendwie keinen Plan dahinter erkennen.

Immerhin kann man erkennen, was es innen werden soll. Das erste Waschbecken ist klar zu erkennen, genau wie die Toiletten und Duschen. Die „Verputzer“ sind zurzeit in vollem Gange.

lb_dom0044

Das wird mal ein Waschbecken

lb_dom0045

Partitionen für die Toiletten

lb_dom0046

Das werden die Duchen

lb_dom0052

„Die Verputzer“

lb_dom0053

„Die Verputzer“

 

lb_dom0047

 

In der zweiten Woche sind schon mal 8 Doppeldecker-Betten eingetroffen.
Wir haben zwar keine wirkliche Idee wohin damit im Moment, aber sie sind
schon mal da (wir haben tatsächlich einen Handwerker gefunden, der zum
vereinbarten Termin liefert) 🙂

 

 

Und, die Abwassertanks sind nahezu fertig. Vor lauter „Brunnen gucken“, haben wir es tatsächlich verpasst Fotos von den Fortschritten der Tanks zu machen. Denn das war richtig spannend. Alleine von der Größe; ein unterirdisches Klassenzimmer, in drei Partitionen aufgeteilt. 4m breit, 6m lang und 4m tief. Vom ersten Spatenstich bis jetzt ist weniger als ein Monat vergangen. Geht doch 🙂

 lb_septic0006  lb_septic0008  lb_septic0007  lb_septic0009
Septic Tank Soak Pit (Sickergrube). 5m tief. Unten 2,5m Steine zum letzten Klären.

Bevor die Deckel auf dem Septic sind, habe ich noch ein paar Fotos vom Inneren gemacht, aber es gibt die Dimension nicht wieder.

 lb_septic0010  lb_septic0011  lb_septic0012
Die 4 Meter Tiefe sieht man wirklich nicht; aber es ist beeindruckend. Dann kommt der Deckel (aus Zement gegossen) drauf.
lb_dom0054

Die Fliesenleger

lb_dom0056

Die Klemptner (in der Mitte)

 

Die Fliesenleger und die Klempner sind auch eingetroffen. Da werden mal schon die Fliesen in den Duschen gelegt, bevor der Maurer mit dem Boden des Flurs fertig ist. Aber geht alles… Glücklicherweise finden dann doch immer kurze Koordinierungsgespräche statt!

 

 

 

 

Wir (Philomena, Randu und ich) haben diese Woche das Zuhause eines Mädchens besucht, von deren Eltern wir eine Bewerbung für eine Patenschaft bekommen hatten. Faith selber, erfüllt alle Voraussetzungen um an der SimbaWake Academy aufgenommen zu werden und lk_faith0001wir Paten für sie suchen. Nichtsdestotrotz ist die Entscheidung nicht sofort gefallen. Der Grund sind ihre Eltern. Faith lebt mit 5 Geschwistern und ihren beiden Eltern zusammen. Ja, die Familie ist sehr arm, und Faith fehlt es an Vielem, unter anderem auch an Essen.

Aber ihre Mutter hat die Primary Schule abgeschlossen und ihr Vater ist immerhin bis zur vorletzten Klasse gekommen. Damit besteht eigentlich kein Grund, dass beide Elternteile arbeitslos sind und sich mit Gelegenheitsarbeit durchschlagen.

Nach Diskusionen im Komitee, ist es aber doch für Faith ausgegangen. Sie ist ein intelligentes Mädchen mit guten Noten an der staatlichen Schule. Beim Besuch, war sie auch nicht zu schüchtern.

Am Ende gab Philomena’s (unsere „Mädchenbeauftragte“, denn sie kennt fast jedes Kind in Langobaya) Statement den Ausschlag: „Warum wollen wir Faith für die Fehler ihrer Eltern bestrafen. Sie kann einmal eine Persönlichkeit in Langobaya werden“. So bekam Faith alle 6 Stimmen – und ein Pate steht auch schon für sie bereit 🙂

 

Und in der Dormitory (Internats-Wohnhaus) gibt es auch Fortschritte, inlcusive, dass ein  Schlafsaal (bis 16 Mädchen) ein Beispielanstrich bekommen hat. Sieht gar nicht schlecht aus mit der (abwaschbaren) orangen Farbe.

lb_dom0061 lb_dom0059 lb_dom0055 lb_dom0058 lb_dom0057 lb_dom0060

Na es geht doch voran. Aber mit der Planung das Wohnhaus am 5. Mai zum zweiten Trimester zu eröffnen, wird es nichts.

 

Für die Kids im Tsimba Children Home, war der April weitaus entspannter. Es waren Schulferien.

tk_journeys0002

Gruppenbild nach getaner Arbeit.

 

Am 5. April ging es für die Kids und die meisten Mitarbeiter zum „Wildlife Conservation Day“ in den Shimba Hills National Park. Die Aktion wurde vom „Kenya Wildlife Service“ organisiert und eine Menge Kinder aus den umliegenden Schulen, aber auch einige Touristen und deren Kinder haben an der Aktion teilgenommen.

tk_journeys0001

Trotz Regenschauer wird gesammelt. Peris mit einem Wildlife Ranger.

Es galt ca. 3 km vor dem Haupttor, bis zum Haupttor sämtlichen Müll einzusammeln. Danach waren Kids echt geschafft. Aber es war ja nicht nur ein Arbeitstag. Das Saubermachen hat den Vormittag in Anspruch genommen, mit anschließender, organisierten Diskussion über die Wichtigkeit der Nationalparks und deren Sauberkeit, sie attraktiv für Besucher zu halten, aber vor allem die Sicherheit für die Wildtiere zu erhalten.

Danach gab es Freizeit im Park. Unsere Kids und Mitarbeiter haben ihr Mittagessen (Pilau – ein Reisgericht) am „Makadara“ eingenommen und dann ging es ab in den Van um ein „Game Drive“ zu unternehmen. Es ist nicht das erste Mal für die Kinder, aber sie berichten immer wieder begeistert, welche Tiere sie gesehen haben. Diesmal waren es Elefanten, Büffel, Giraffen, Rappenantilopen und  Warzenschweine. In ihrem Bericht schreiben die Kinder: „Es war ein wirklich interessanter Ausflug, den wir alle mit viel Spaß genossen haben. Wir haben die Wildlife Umwelt gesäubert und wir fühlen uns toll“.

tk_journeys0003

Lunch am „Makadara“. Mariam und Peris servieren.

tk_journeys0004

v.l: Eliza, Fatuma, Christine, Esther (vorn), Rehema

tk_journeys0005

Aufbruch zum Game-Drive.                                           Rechts: Lazaro (Hausvater) mit Zakayo

Am 09. und 10. April sind Athumani und Njeri aus ihren Boarding Schulen nach Hause gekommen.
Beide haben tolle Ergebnisse nach Hause gebracht. Athumani ein glattes A (eine 1) und Njeri ein B+ (eine 2+).

Für Athumani war es das erste Trimester außerhalb des TCH. Als ich ihn Ende des Monats sprechen konnte, hat er natürlich breit gegrinst, mit seinem A. Ich war auch völlig aus dem Häuschen. Als ich sah, dass er der 15-beste mit diesem A war, grinste er schon nicht mehr so breit. Als ich ihn dann fragte was los sei und wie er sich mit diesem 15. Platz fühlt antwortete er auch prompt: „Ist sch…..“.
An der Primary war es für ihn leicht, der Beste zu sein. Jetzt geht er an eine der führenden National Schools (Muranga High Boys), da ist echte Konkurrenz geboten. Aber er sieht es sportlich und will sich verbessern. Toll an den Zeugnissen der Muranga High ist, dass sie auch die Position pro Unterrichtsfach angeben. So ist er in einem Fach mit 92 Punkten an Platz 8, aber in einem anderen Fach mit 87 Punkten an Platz 62. Ja, das ist eine Herausforderung. Nur 13 Punkte weniger (100 maximal), aber 61 Schüler sind besser. Ich bin echt gespannt, wie er damit umgehen wird.
Und viel zu erzählen hatte er auch. Am meisten verwundert hatte ihn, dass es verschiedenfarbige Uniformen gibt (an der Primary gab es nur eine Farbe), die anzeigen, wenn man eine besondere Stellung oder Leistung hat. Na, da wird er wohl auch dran arbeiten, eine andere Farbe zu bekommen 😉
Er ist Mitglied im Fußball Club und im St. Jospehs First Aid Club.

 

 

Ende des Monats hatte ich auch endlich die Gelegenheit ins Tsimba Children Home zu reisen, und Zeit mit den Kids zu verbringen, bevor sie wieder zur Schule müssen.

 

DSCN0287web DSCN0291web DSCN0277web DSCN0283_web